Walderlebniszentrum Füssen
Wo der Wald zur Bühne wird und die Natur keine Grenzen kennt
Ausflugsziel im Allgäu | Baumkronenweg | Naturpädagogik | Familie | Outdoor-Erlebnis
Stell dir vor, du stehst 21 Meter über dem Boden. Unter dir rauscht türkisgrünes Wasser durch einen der letzten ungezähmten Flüsse Mitteleuropas. Über dir legt sich ein grünes Blätterdach wie eine lebendige Decke in den blauen Allgäuer Himmel. Und mit einem einzigen, ganz bewussten Schritt wechselst du vom Freistaat Bayern direkt ins österreichische Tirol – ohne Schlagbaum, ohne Grenzkontrolle, einfach so.
Willkommen im Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies, kurz WEZ – einem der faszinierendsten Naturerlebnisziele Bayerns. Wer hier ankommt, verlässt den Alltag. Wer hier spaziert, entdeckt eine Welt, die leiser, wilder und echter ist als alles, was Bildschirme zeigen können. Und wer einmal den Baumkronenweg betreten hat, versteht sofort: Der Wald ist kein Hintergrund. Er ist die Hauptrolle.
Die Geschichte: Wie aus einem leerstehenden Zollhaus ein Naturjuwel wurde
Geschichten guter Orte beginnen selten glamourös. Die Geschichte des Walderlebniszentrums Füssen beginnt mit einem verlassenen Gebäude und einem hartnäckigen Mann.
Als die Grenzpolizei rund um die Jahrtausendwende ihr kleines Häuschen an der bayerisch-tirolerischen Grenze in der Ziegelwies aufgab, sah der damalige Forstdirektor Robert Berchtold eine Chance. Das ehemalige Forstamt Füssen hatte sich gerade im leer stehenden Zollamt nahe der österreichischen Grenze eingerichtet – und der Gedanke ließ ihn nicht los: Dieser Streifen Natur zwischen wildem Lech und dichten Bergwäldern verdient es, für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht zu werden.
Das zuständige Ministerium zeigte sich anfangs wenig begeistert. Andere Walderlebniszentren in Bayern lagen nahe großer Städte und hatten damit ein gesichertes Besucherpotenzial. Füssen – so die Befürchtung – sei zu abgelegen. Doch Berchtold ließ nicht locker. Er überzeugte, drängte und setzte letztlich durch, was er sich vorgenommen hatte. Allerdings mit einer Bedingung: Das Projekt würde nicht vollständig staatlich finanziert werden. Ein Trägerverein müsse her.
Am 23. März 2000 wurde der Verein „Walderlebniszentrum Ostallgäu – Außerfern e.V." gegründet. In knapp zwei Jahren entwickelte er ein Konzept, stellte Förderanträge beim Freistaat Bayern und der EU, koordinierte Baumaßnahmen und erschloss erste Themenwege. Im Herbst 2002 öffnete das WEZ Ziegelwies dann seine Tore – und stellte damit unter Beweis, dass gute Ideen auch an vermeintlich ungünstigen Orten funktionieren.
Der nächste Meilenstein folgte 2013: Der Baumkronenweg wurde eröffnet, mit einem Investitionsvolumen von rund 1,2 Millionen Euro. Er ist bis heute der einzige Baumkronenpfad in ganz Deutschland, der eine Landesgrenze überschreitet – und damit ein echtes Unikum in der bayerischen Erlebnislandschaft. Inzwischen hat der Weg mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher angezogen.
Der Ort: Zwischen wildem Fluss, Bergwald und zwei Ländern
Das WEZ liegt an der Tiroler Straße 10 in Füssen, unmittelbar an der Grenze zu Österreich, eingebettet in die Landschaft der Ziegelwies. Wer die Region kennt, weiß: Hier ist die Natur noch ungezähmt. Der Lech – türkisgrün, laut und ungestüm – fließt durch eine der letzten alpinen Flussauen Europas. Die Steilhänge des Allgäuer Bergwaldes erheben sich im Hintergrund, während die Grünflächen der Aue sich zwischen Wasser und Wald behaupten.
Diese Zwischenwelt aus Auwald, Bergwald und Fluss macht den Ort so besonders. Das WEZ nutzt sie klug: Es führt dich auf zwei Seiten der Grenze durch zwei völlig unterschiedliche Waldtypen, verbindet sie über den Luftweg durch die Baumkronen und macht die Vielfalt der Natur damit buchstäblich erfahrbar.
Der Standort ist außerdem praktisch ideal: In nur 10 Gehminuten erreichst du den Lechfall mit dem Maxsteg, einem der schönsten Aussichtspunkte der Region. Die historische Altstadt von Füssen mit ihrem Kloster, dem Hohen Schloss und unzähligen Cafés liegt nur 20 Gehminuten entfernt. Ein Besuch im WEZ lässt sich also wunderbar mit einem Stadtbummel verbinden.
Der Baumkronenweg: Fliegen ohne Flügel
Er ist das Herzstück des WEZ, sein bekanntestes Wahrzeichen und für viele Besucherinnen und Besucher ein unvergessliches Erlebnis: der Baumkronenweg Ziegelwies.
Eine Konstruktion, die beeindruckt
Die schlanke Holzkonstruktion aus Lärchenholz erstreckt sich über 480 Meter durch die Wipfel des Lech-Auwaldes. Mit einer maximalen Höhe von 21 Metern – das entspricht etwa einem siebengeschossigen Haus – bietet sie eine Perspektive auf den Wald, die sonst nur Vögeln vorbehalten ist. Getragen wird die Konstruktion von vier soliden Säulen, deren Fundamente bis zu 14 Meter tief in den Boden reichen. Trotzdem wirkt der Weg leicht, fast schwebend – als würde er den Auwald kaum berühren.
Vier frei schwingende Spannweiten von je 80 bis 100 Metern Länge verbinden die Plattformen miteinander. Auf ihnen laden Holzbänke dazu ein, innezuhalten und den Moment zu genießen: das Rauschen des Lechs in der Tiefe, das Zwitschern der Vögel auf Augenhöhe, den Blick auf die schneebedeckten Alpenkämme am Horizont.
Der Schritt über die Grenze
An einer ganz besonderen Stelle des Weges markieren zwei Lärchenbretter mit den charakteristischen Landesfarben eine unsichtbare, aber bedeutungsvolle Linie: hier das weiß-blaue Bayern, dort das rot-weiße Tirol. Ein einziger Schritt, und du stehst in einem anderen Land. Kein anderer Baumkronenpfad in Deutschland ermöglicht dieses grenzenlose Erlebnis.
Öffnungszeiten, Preise und Barrierefreiheit
Der Baumkronenweg ist von März bis Ende November täglich geöffnet, in der Hauptsaison (1. Mai – 15. Oktober) täglich von 9:00 bis 19:30 Uhr. Der Eintritt ist bewusst günstig gehalten:
- Erwachsene ab 16 Jahren: 5,00 Euro
- Gruppen ab 10 Personen: 4,00 Euro pro Person
- Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: kostenfrei
- Menschen mit Behinderungsausweis: kostenfrei
Ein großes Plus: Der Baumkronenweg ist vollständig mit Rollstuhl und Kinderwagen befahrbar – Barrierefreiheit ist hier kein Lippenbekenntnis, sondern gelebte Realität. In der Hochsaison kann der Weg übrigens auch von der österreichischen Seite her betreten werden, wo ein eigenes kleines Kassenhäuschen auf Besucher wartet.
Wichtig zu wissen: Bei starkem Regen, Sturm, Schnee oder Gewitter wird der Baumkronenweg aus Sicherheitsgründen geschlossen. Der Wetterbericht sollte also vor dem Besuch geprüft werden.
Der Auwaldpfad: Dschungelabenteuer direkt vor der Haustür
Bevor du in die Lüfte steigst, kannst du dich auf dem Boden des Auwaldes ordentlich austoben – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Der Auwaldpfad ist ein etwa 1,5 Kilometer langer Erlebnispfad, der dich und deine Familie mitten ins grüne Dickicht führt.
Den Auftakt macht eine Abenteuerrutsche – das symbolische Tor in eine andere Welt. Von dort geht es weiter durch hohes Gras und unter dichten Baumkronen, vorbei an geheimnisvollen Stellen, die darauf warten, entdeckt zu werden. Rätsel warten auf Lösungen, Spiel- und Erlebniselemente auf mutige Tester. Wer sich traut, hangelt sich über eine Wasserstelle – und überquert einen Bach mit einem selbst gesteuerten Floß.
Der Auwaldpfad ist kostenfrei zugänglich und kann sogar außerhalb der regulären Öffnungszeiten begangen werden. Allerdings: Im Winter erfolgt kein Winterdienst, weshalb Gummistiefel keine schlechte Idee sind.
Was den Pfad so besonders macht, ist seine Lage im Lech-Auwald – einem der ökologisch wertvollsten Lebensräume des Alpenvorlands. Wer genau hinschaut, entdeckt hier seltene Pflanzen, hört ungewohnte Vogelstimmen und versteht, warum diese Flusslandschaft so schützenswert ist.
Der Bergwaldpfad: Wo Kinder wie Hirsche springen und Erwachsene staunen
Vom Auwald geht es bergauf – im übertragenen wie im wortwörtlichen Sinne. Der Bergwaldpfad führt dich in den steilen, dichten Bergwald, der sich hinter dem WEZ erhebt. Auch dieser Weg ist kostenfrei und steht unabhängig der regulären Öffnungszeiten offen.
Gleich am Eingang begrüßt dich ein Spielplatz der Extraklasse: keine genormten Plastikgeräte, sondern echte Naturerlebnisse. Riesenschaukeln, an denen man sich fühlt wie ein Affe im Dschungel. Ein Kletterspinnennetz zwischen den Bäumen. Sprungstationen, an denen Kinder herausfinden können, ob sie wirklich so weit springen wie ein Hirsch oder ein Hase – Spoiler: Hirschen reichen die kleinen Beine nicht ganz.
Doch der Bergwaldpfad ist nicht nur ein Abenteuerspielplatz für Kinder. Er vermittelt auf spielerische Art, welche Tiere eigentlich nachts durch diesen Wald streifen, was sie fressen und warum sie tagsüber so selten zu sehen sind. Wer mit offenen Sinnen geht, versteht den Bergwald als das, was er ist: ein komplexes, lebendiges System, in dem jeder Baum, jeder Käfer, jede Flechte eine Rolle spielt.
Die Ausstellung „Mein Wald": Der Wald für alle Sinne
Nach dem Spazieren durch Auwald und Bergwald, nach dem Schweben über den Baumkronen – dann ist es Zeit, innezuhalten und noch tiefer in die Welt des Waldes einzutauchen. Die Ausstellung „Mein Wald" im Ausstellungsgebäude des WEZ lädt dich dazu ein, mit Kopf, Herz und Händen zu begreifen.
Eine Sinneserfahrung, keine Schulstunde
Was diese Ausstellung von gewöhnlichen Naturkundeausstellungen unterscheidet: Sie vertraut den Sinnen mehr als den Texttafeln. Du lauschst den Stimmen des Waldes – Vogelgezwitscher, Windgeräusche, das Knacken von Ästen. Du untersuchst Insekten und Pflanzenteile unter dem Mikroskop und staunst, welche verborgenen Welten sich in einem einzigen Blatt verbergen. Du erkennst Holz, Nadeln und Moos allein am Geruch – und merkst, dass der Wald riecht, auch wenn er schweigt.
Interaktiv und spielerisch
Auf einem Touchscreen kannst du dich kreativ austoben: Tierformen aus Holz und Wurzeln werden sichtbar, wenn du sie mit dem Finger nachzeichnest – eine Einladung, den Wald mit Fantasie zu sehen. Eine besondere Kabine aus Waldbildern und Spiegeln macht das Phänomen des Waldbadens erlebbar – selbst wenn es draußen gerade regnet. Und wer sein Wissen über heimische Waldbewohner testen möchte, greift zum Magnetmemory.
Wissen, das begeistert
Die Dauerausstellung behandelt ein breites Themenspektrum: die ökologische Bedeutung des Waldes für Klima und Wasserhaushalt, den Kreislauf des Wassers, die Artenvielfalt am Lech, die historische Bedeutung von Holz und Flößerei für die Region. Eingebettet ist sie in ein innovatives Ausstellungsdesign aus Holz- und Naturelementen, Grafiken und interaktiven Monitoren – ein Erlebnis, das alle Altersgruppen anspricht.
Wechselausstellungen und Geologie
Neben der Dauerausstellung gibt es einen weiteren Raum für wechselnde Ausstellungen: Über das Jahr verteilt werden hier Kunst und Kultur präsentiert, immer verbunden mit spielerischen Elementen und Informationen zur Umwelt. Wer sich für die Entstehung der Landschaft interessiert, findet außerdem einen eigenen Raum zur Geologie rund ums WEZ – inklusive Infos über Gesteinsarten und die Spuren der letzten Eiszeit.
Der Besuch der Ausstellung ist kostenfrei und barrierefrei – ein Angebot, das bewusst für alle gedacht ist.
Waldpädagogik auf Weltniveau: Lernen, das bewegt
Das WEZ Füssen ist weit mehr als ein Ausflugsziel. Es ist ein waldpädagogisches Zentrum, das mit Leidenschaft und Fachwissen arbeitet und Menschen jeden Alters für den Wald begeistert. Das Team aus erstklassig geschulten Waldpädagoginnen und -pädagogen entwickelt Programme, die nicht belehren, sondern berühren.
Walderlebnistage und Schulrallyes
Schulklassen aller Jahrgangsstufen und Kindergartengruppen können an abwechslungsreichen Erlebnistagen im Wald teilnehmen. Das Themenspektrum ist weit: Ökosystem Wald, natürliche Kreisläufe, Rohstoff Holz, Nachhaltigkeit, Biodiversität – alles wird mit Spielen, Rätseln, Aktionen und Führungen lebendig. Das WEZ-Team kommt auf Wunsch auch direkt in die Schule oder in den Kindergarten, um Waldpädagogik in die Region zu tragen.
Da das Team gut gebucht ist, lohnt sich eine rechtzeitige Kontaktaufnahme: Tel. +49 8341 9002-2133.
Unterwegs mit dem Förster
Ein ganz besonderes Angebot: Wer möchte, kann einen Tag mit einem echten Förster durch den Wald streifen. Dabei geht es nicht nur um Bäume – sondern um den Wald als lebendiges System, um Wildtiere und ihr Verhalten, um Klimaveränderungen, Artenschutz, Lawinengefahr, Borkenkäfer und Jahreszeiten. Das WEZ vermittelt den Kontakt zu einem Förster, der Gruppen durch seinen Wald führt und – wenn gewünscht – sogar Schulklassen bei einer Baumpflanzaktion anleitet. Robuste Kleidung und Arbeitshandschuhe sind empfehlenswert.
Waldführungen und Projekttage
Für Gruppen aller Art – Schulklassen, Vereinsgruppen, Firmenteams, Familien – bietet das WEZ maßgeschneiderte Führungen und Projekttage an. Die Themen reichen von Teambildung über W- und P-Seminare für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten bis hin zu tiefen Einblicken in Forstwirtschaft und Nachhaltigkeit. Auf individuelle Wünsche wird gerne eingegangen.
Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte
Wer in der Bildungsarbeit tätig ist und Kinder oder Jugendliche für die Natur begeistern möchte, findet beim WEZ eine hochwertige berufliche Weiterbildung. Erzieherinnen und Erzieher, Lehrkräfte, pädagogische Assistenzkräfte und Kitaleitungen erhalten praxisnahes Handwerkszeug für die Naturpädagogik – und erleben dabei selbst, wie lebendig, motivierend und wirksam Lernen draußen sein kann.
Das WEZ arbeitet dabei eng mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren zusammen und orientiert sich an den aktuellen Standards der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE).
Kindergeburtstag mal anders: Natur, Abenteuer und Traumfänger
Wer sein Kind zu einem Geburtstagsfest einlädt, das wirklich unvergesslich bleibt, sollte ernsthaft über das WEZ nachdenken. Hier wird keine Geburtstagstorte bestellt – hier wird ein echtes Naturerlebnis geschaffen.
Das Team des WEZ gestaltet Geburtstagsprogramme für Kinder von 6 bis 14 Jahren, mit maximal 12 Kindern inklusive Geburtstagskind. Die Feiern dauern drei Stunden und finden montags bis freitags statt, mit Beginn spätestens um 14:30 Uhr. Ein Erziehungsberechtigter muss anwesend sein, Essen und Getränke werden selbst mitgebracht. Die Kosten betragen 15 Euro pro Kind – für den Gegenwert an Erlebnis und Begeisterung ein fairer Preis.
Drei Programmmöglichkeiten stehen zur Wahl:
Schatzsuche: Gemeinsam durch den Wald, Rätsel lösen, Hindernisse überwinden, den Schatz finden. Der Schatz ist selbst mitzubringen, die Koordination erfolgt im Vorfeld mit dem WEZ-Team.
Survival / Capture the Flag: In die Welt des Waldes eintauchen, sich in wilde Tiere verwandeln, den Alltag von Reh, Fuchs und Co. kennenlernen. Tarnen, anschleichen, entdecken – der Wald als Spielfeld für echte Abenteuer.
Traumreise durch die Wälder: Für ruhigere Gemüter. Ins Reich der Träume eintauchen, dann gemeinsam einzigartige Traumfänger basteln, die jede Nacht begleiten werden.
Anmeldung und Terminabsprache unter: Tel. +49 8341 9002-2150.
Der Waldimbiss: Brotzeit mit Ausblick
Nach all den Abenteuern – ob in der Luft, im Wasser, im Dickicht oder in der Ausstellung – meldet sich irgendwann der Hunger. Und das WEZ hat auch dafür gesorgt: Der Waldimbiss mitten im Bergwald ist eine wohltuende Oase für Körper und Seele.
Hier gibt es deftige Brotzeiten für alle, die nach einer langen Wanderung Kaloriennachschub brauchen. Kaffee und Kuchen für die etwas ruhigere Auszeit zwischendurch. Und ein Eis für die kleinen Entdecker, die sich redlich verdient haben, was auf sie zukommt. Die Umgebung tut ihr Übriges: Waldluft, Vogelstimmen und das Rascheln der Blätter machen jede Pause zur kleinen Auszeit vom Alltag.
Geogrenzgänger: Das digitale Abenteuer für Entdecker
Wer den klassischen Naturpfad um eine interaktive Dimension erweitern möchte, sollte die Geogrenzgänger-Rallye ausprobieren. Dieses GPS-basierte Abenteuer kombiniert die Entdeckungsfreude des Geocachings mit Wissen über den Grenzraum zwischen Bayern und Tirol – und macht den Besuch des WEZ und seiner Umgebung zu einer spannenden Schnitzeljagd, die Alt und Jung gleichermaßen begeistert.
Die Umgebung: Was sich rund ums WEZ noch entdecken lässt
Das WEZ liegt in einer Region, die von Natur- und Kulturschätzen nur so strotzt. Wer den halben Tag im Wald verbracht hat, findet in unmittelbarer Nähe noch jede Menge mehr:
Lechfall und Maxsteg (10 Gehminuten): Wenige Schritte vom WEZ entfernt stürzt der Lech in einer spektakulären Schlucht in die Tiefe. Der Maxsteg – eine Hängebrücke direkt über dem Wasserfall – ist einer der aufregendsten Aussichtspunkte der Region. Schwindelfreiheit ist empfehlenswert.
Historische Altstadt Füssen (20 Gehminuten): Das mittelalterliche Herz der Rosenstadt ist zu Fuß erreichbar. Das Hohe Schloss, das Benediktinerkloster St. Mang, charmante Gassen und Cafés – hier lässt sich der Ausflugstag entspannt ausklingen.
Königliche Schlösser (ca. 5 km): Wer aus der Region kommt oder einen Tagesausflug kombinieren möchte: Neuschwanstein und Hohenschwangau sind nur wenige Kilometer entfernt und lassen sich hervorragend mit einem Besuch im WEZ verbinden.
So kommst du hin: Anfahrt und Parken
Das WEZ liegt an der Tiroler Straße 10, 87629 Füssen – direkt vor dem ehemaligen Grenzübergang zu Österreich.
Mit dem Auto: Aus Richtung Füssen kommst du über die B17 Richtung Reutte/Tirol. Kurz vor dem Grenzübergang liegt das WEZ auf der rechten Seite. Das Parken ist für Besucherinnen und Besucher kostenlos (täglich von 6:00 bis 20:00 Uhr), Übernachten auf den Parkplätzen ist jedoch nicht gestattet.
Es gibt zwei Parkplätze: P1 auf der bayerischen Seite (Behinderten- und PKW-Parkplätze) und P2 auf der Tiroler Seite (PKW-, Wohnmobil- und Busparkplätze). Die aktuelle Auslastung von P2 lässt sich sogar online einsehen.
Mit der Bahn: Die Bayerische Regiobahn fährt bis Füssen – und Bahnreisende, die mit dem „Guten Tag Ticket" anreisen, erhalten automatisch den Gruppentarif für den Baumkronenweg. Vom Bahnhof sind es entweder rund 20–30 Minuten zu Fuß, oder man nimmt den Linienbus 100 Richtung Reutte bis zur Haltestelle „Ziegelwies Walderlebniszentrum" – von dort sind es nur noch etwa 100 Meter.
Hunde: Vierbeiner sind im WEZ herzlich willkommen, sollten aber an der Leine geführt werden.
Öffnungszeiten im Überblick
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| März | täglich 10:00 – 16:00 Uhr |
| Osterferien | täglich 9:00 – 18:00 Uhr |
| April | täglich 10:00 – 16:30 Uhr |
| 1. Mai – 15. Oktober | täglich 9:00 – 19:30 Uhr |
| 16. Oktober – 25. November | täglich 10:00 – 16:30 Uhr |
| Wintermonate | auf Anfrage |
Der Auwaldpfad und Bergwaldpfad sind kostenlos und unabhängig von den Öffnungszeiten begehbar (kein Winterdienst).
Preise auf einen Blick
| Angebot | Preis |
|---|---|
| Baumkronenweg – Erwachsene (ab 16 Jahre) | 5,00 € |
| Baumkronenweg – Gruppen (ab 10 Personen) | 4,00 € pro Person |
| Baumkronenweg – Kinder & Jugendliche (bis 15 Jahre) | kostenlos |
| Baumkronenweg – Menschen mit Behinderungsausweis | kostenlos |
| Auwaldpfad | kostenlos |
| Bergwaldpfad | kostenlos |
| Ausstellung „Mein Wald" | kostenlos |
| Kindergeburtstag | 15,00 € pro Kind |
| Parken | kostenlos (6:00–20:00 Uhr) |
Warum das WEZ mehr ist als ein Ausflugsziel
Man könnte das Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies auf eine Beschreibung reduzieren: schöner Baumkronenpfad im Allgäu, empfehlenswert für Familien. Aber das würde dem Ort nicht gerecht.
Das WEZ ist ein Projekt, das mit echtem Herzblut entstanden ist. Es lebt von Menschen, die überzeugt sind, dass der Wald mehr ist als eine Kulisse für Wanderfotos – dass er ein Lehrer, ein Therapeut, ein Abenteurer und ein Ruhepol in einem ist. Es lebt vom Engagement eines Trägervereins, der Förderung durch den Freistaat Bayern und die EU, und von einem pädagogischen Team, das seine Arbeit mit Leidenschaft und Kompetenz betreibt.
Hier lernen Kinder nicht aus Büchern, sondern durch Erfahrung. Erwachsene entschleunigen nicht durch Reizüberflutung, sondern durch echte Stille. Gruppen wachsen nicht durch Teambuilding-Übungen im Konferenzraum, sondern durch gemeinsames Staunen im Wald.
Und jeder, der den Baumkronenweg betritt, macht irgendwann diese eine Erfahrung: Er hebt den Blick vom Boden, schaut in die Baumwipfel, hört das Wasser unter sich und atmet tief durch. Dann ist es still. Dann ist es genug.
Dein nächster Besuch: Tipps für den perfekten WEZ-Tag
Für Familien mit Kindern: Plant mindestens einen halben Tag ein. Auwaldpfad, Baumkronenweg und Ausstellung brauchen Zeit, wenn Kinder dabei sind – und das ist gut so. Der Waldimbiss ist eine willkommene Pause.
Für Naturliebhaber: Kommt früh morgens, wenn der Auwald noch im Morgennebel liegt und die Vögel lautstark ihr Morgenprogramm absolvieren. Das Licht auf dem Baumkronenweg ist in den frühen Stunden besonders schön.
Für Schulen und Kindergärten: Kontaktiert das WEZ frühzeitig, da die waldpädagogischen Angebote sehr gefragt sind. Das Team entwickelt auch individuelle Programme auf Anfrage.
Für Kurzentschlossene: Auwaldpfad, Bergwaldpfad und Ausstellung sind kostenlos und brauchen keine Reservierung. Einfach vorbeikommen!
Für Wohnmobilreisende: P2 auf der Tiroler Seite bietet Platz für Wohnmobile. Übernachten ist nicht erlaubt, aber als Tagesetappe auf einer Allgäu-Rundreise ist das WEZ ein Pflichtprogramm.
Fazit: Der Wald ruft – und du solltest hingehen
Es gibt Orte, die man einmal besucht und dann vergisst. Und es gibt Orte, zu denen man zurückkehrt. Das Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies gehört zur zweiten Kategorie – weil es jedes Mal anders ist, je nach Jahreszeit, je nach Wetter, je nach Begleitung. Weil der Wald selbst sich ständig verändert und immer neue Geheimnisse preisgibt. Weil der Baumkronenweg bei Sonnenschein funkelt, im Nebel mystisch wirkt und im Herbst über einem Farbenmeer schwimmt.
Das WEZ ist ein Ort, an dem Bayern und Tirol grenzenlos zusammenwachsen. Wo der Lech sein Lied singt. Wo Kinder Entdecker werden und Erwachsene für einen Moment die Zeit vergessen. Wo Bildung und Abenteuer keine Gegensätze sind, sondern Hand in Hand durch den Wald spazieren.
Kurz: Das WEZ Füssen ist ein Ort, der gut tut. Und der Wald wartet schon auf dich.
Walderlebniszentrum Füssen-Ziegelwies Tiroler Straße 10 · 87629 Füssen Tel. Waldpädagogik & Führungen: +49 8341 9002-2133 Tel. Kindergeburtstage & Veranstaltungen: +49 8341 9002-2150 Website: www.walderlebniszentrum.eu
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