Museumsschätze im Allgäu

Dein ultimativer Guide durch 45 faszinierende Welten zwischen Alpen, Alpwirtschaft und Automobilgeschichte

Das Allgäu ist weit mehr als Bergpanoramen, Käsespätzle und Kuhglockenläuten. Zwischen Alpen und Alpenvorland, zwischen Kempten und Oberstdorf, zwischen dem Westallgäu und dem Kleinwalsertal verbirgt sich eine erstaunliche Museumslandschaft, die ihresgleichen sucht. Ob du ein Fan von Römergeschichte bist, in Oldtimern schwelgen möchtest, Wintersportlegenden nachspürst oder einfach verstehen willst, wie das Leben der Allgäuer Bergbauern einst aussah – hier findest du alles, was das Herz begehrt. Dieser Guide nimmt dich mit auf eine Reise durch 45 außergewöhnliche Museen und Ausstellungen der Region, die dich staunen, lachen, nachdenken und immer wiederkommen lassen werden.

Mach es dir gemütlich, schnapp dir einen Milchkaffee – und los geht's.


Das Allgäu – eine Landschaft mit Geschichte, Leidenschaft und Leidensfähigkeit

Bevor wir in die Museen eintauchen, lohnt ein kurzer Blick auf das Besondere dieser Region: Das Allgäu gehörte einst zu den ärmsten Gegenden Deutschlands. Karge Böden, raues Klima und schwer erreichbare Täler formten einen Menschenschlag, der aus wenig viel machte. Genau diese Geschichte spiegelt sich in seinen Museen wider – es sind keine glatte Hochglanzsausstellungen über ruhmreiche Sieger, sondern ehrliche Geschichten über Menschen, die mit den Bergen lebten, sie bezwangen, von ihnen lebten und manchmal auch von ihnen besiegt wurden. Wer das Allgäu wirklich kennenlernen möchte, kommt an seinen Museen nicht vorbei.


Freilichtmuseen & Bauernkultur: Wenn Geschichte zum Anfassen wird

Allgäuer Bergbauernmuseum Immenstadt-Diepolz – Höchstgelegenes Freilichtmuseum Deutschlands

Stell dir vor, du stehst auf über 1.000 Metern Höhe, die Allgäuer Alpen im Rücken, und vor dir erstreckt sich ein lebendiges Bergdorf aus einer anderen Zeit. Genau das erwartet dich im Allgäuer Bergbauernmuseum im Ortsteil Diepolz bei Immenstadt – dem höchstgelegenen Freilichtmuseum Deutschlands, eingebettet am Südhang des 1.200 Meter hohen Hauchenbergs.

Mit 16 historischen Bauernhäusern und einem lebendigen Museumsbauernhof, dessen Geschichte bis ins Jahr 1787 zurückreicht, taucht das Museum tief in die Welt der Allgäuer Bergbauern von vor rund 200 Jahren ein. Hier regierte einst kein Luxus, sondern harte, oft entbehrungsreiche Arbeit. Die außen schlichten Allgäuer Häuser überraschen im Inneren mit kunstvoll bemalten Möbeln, der gemütlichen, holzgetäfelten Stube als einzigem beheizbaren Raum – und der Erkenntnis, dass elektrisches Licht erst nach dem Ersten Weltkrieg in die Bergbauerndörfer kam, fließendes Leitungswasser gar erst in den 1950er Jahren.

Was dieses Museum so besonders macht: Es bleibt nicht bei der Dokumentation stehen. Ein begehbarer Kuhmagen im Wiedemann-Hof macht den Weg vom Gras zur Milch buchstäblich begreifbar. Auf der historischen Höfle-Alpe erfährst du, wie der Senneralltag aussah und was es mit dem spektakulären Viehscheid im Spätsommer auf sich hat – jener Feier, wenn das Vieh nach dem Sommer wieder ins Tal getrieben wird. Und wer eine Pause braucht, genießt den grandiosen Panoramablick von den Ammergauer Bergen bis zu den Appenzeller Gipfeln.

Für Familien mit Kindern ist dieses Museum ein wahrer Glücksgriff: zwei Abenteuerspielplätze, ein Hüpf-Heustock, ein Traktorenparcours, historische Kinderspiele zum Mitmachen und natürlich die Tiere – Allgäuer Braunvieh, Bergschafe, Buntbentheimer Schweine, Silberfarbene Italiener-Hühner und Esel – warten auf Entdecker. Von Palmsonntag bis zum Ende der Herbstferien ist das Museum täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: Erwachsene 8 €, Kinder bis 16 Jahre 4,50 €, Kinder unter 7 Jahren frei.

Adresse: Diepolz 44, 87509 Immenstadt im Allgäu


Schwäbisches Bauernhofmuseum Illerbeuren – Das älteste Freilichtmuseum Süddeutschlands

Wer glaubt, er kenne Freilichtmuseen, sollte das Schwäbische Bauernhofmuseum Illerbeuren besuchen – und seinen Begriff von "Freilichtmuseum" grundlegend neu definieren. Mitten im Illerwinkel südlich von Memmingen, in einem Dorf im Dorf, entstand hier seit 1955 das älteste Freilichtmuseum in ganz Süddeutschland. Auf einem Gelände von 12 Hektar wurden über 30 historische Gebäude aufgestellt und liebevoll restauriert: Bauernhöfe, Werkstätten, Stallungen, Gärten und Felder, die zusammen die Kulturlandschaft des alten Schwabens und Allgäus dokumentieren. Und der Ausbau geht noch immer weiter – zuletzt wurde 2021 eine Sägemühle aus Hettisried in Betrieb genommen.

Das Besondere hier: Du kannst die unterschiedlichen Bau- und Lebensweisen bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Du kannst den Bauern und Handwerkern bei der Arbeit zuschauen, dem Töpfer beim Verzieren von Kässpatzenschüsseln über die Schulter blicken oder einfach durch die Bauerngärten schlendern, in denen über 80 selten gewordene Apfel- und Birnensorten gedeihen. Auf den Wiesen weiden Zaupelschafe, Allgäuer Original-Braunvieh, Schwäbisch-Hällische Schweine – und im Hühnergarten des Natterhofes die einzige bayerische Hühnerrasse, das Augsburger Huhn.

Das Museum wurde 2024 offiziell in Schwäbisches Freilichtmuseum Illerbeuren umbenannt, um seinen Charakter als lebendiges Gesamtkunstwerk noch deutlicher zu machen. Für Schulklassen und Gruppen bietet das Museum eine Fülle museumspädagogischer Programme; in den Ferienzeiten gibt es für Kinder Mitmachaktionen wie Malen, Basteln und Backen, dazu einen Spielplatz und einen Niederseilgarten. Im Gelände laden zwei Gasthäuser zur Einkehr ein.

Adresse: Museumstraße 8, 87758 Kronburg-Illerbeuren | Öffnungszeiten: März bis November, Mo geschlossen


Museum Hofmühle – Handwerk im Mühlenambiente

Das Museum Hofmühle in Immenstadt entführt Besucher in die Welt des handwerklichen Allgäus und zeigt, wie das Leben und Arbeiten in einer historischen Mühle einst funktionierte. Das Museum steht exemplarisch für die handwerkliche Tradition der Region und ihre engen Verbindungen zu Wasser, Getreide und Versorgungswirtschaft.


Mühlenmuseum Katzbrui – Stille Kraft des Wassers

Ebenfalls dem Thema Mühle gewidmet ist das Mühlenmuseum Katzbrui – eine beeindruckende Zeitkapsel, die zeigt, welch zentralen Platz Wassermühlen im Wirtschaftsleben vergangener Jahrhunderte einnahmen. Wer versteht, wie eine Mühle funktioniert, versteht ein Stück Allgäuer Alltag.


Römergeschichte und Archäologie: 2.000 Jahre unter deinen Füßen

Archäologischer Park Cambodunum (APC) Kempten – Römerstadt am Rande der Gegenwart

Wusstest du, dass Kempten die älteste schriftlich erwähnte Stadt Deutschlands ist? Der Archäologische Park Cambodunum macht dieses Wissen spürbar – und das buchstäblich zu deinen Füßen. Der größte Römerpark Süddeutschlands liegt inmitten des heutigen Kemptener Stadtgebiets auf dem östlichen Hochufer der Iller und ist seit 1983 öffentlich zugänglich, nachdem die Ausgrabungsarbeiten bereits im Jahr 1885 begonnen hatten.

Unter Kaiser Augustus gründeten die Römer um die Zeitenwende die Stadt Cambodunum, die bald zum zivilen Verwaltungszentrum und Sitz des Statthalters der Provinz Rätien aufstieg – noch vor der späteren Provinzhauptstadt Augsburg. Den Mittelpunkt der Stadt bildeten Forum und Basilika, wo Markttage stattfanden und bedeutende Rechtsgeschäfte abgewickelt wurden.

Heute sind im APC drei Abschnitte zu erkunden: der gallorömische Tempelbezirk mit fünf rekonstruierten Gebäuden und einer Doppelhalle, der ein fesselnder Einblick in religiöse Praktiken der Antike gewährt; die Kleinen Thermen mit einem Museum, das Einblicke in tägliches Leben und Hygienepraktiken der Römer bietet (und beantwortet, warum das stille Örtchen nicht unbedingt leise war); sowie das Forum. Die begleitende Cambodunum-App ermöglicht eine individuelle Erkundung – mit interaktiven Stationen und spannenden Hintergrundinfos.

Mitten im Park wartet außerdem ein Römerspielplatz und das gemütliche Museumscafé, die Taberna. Öffentliche Führungen finden jeden Sonntag um 11 Uhr statt; von Mai bis September ergänzen Theater- und Kostümführungen, Führungen in Deutscher Gebärdensprache und Workshops das Programm. Das Museum ist barrierefrei erschlossen und bietet Tastmodelle sowie Beschriftungen in Braille.

Adresse: Cambodunumweg 3, 87437 Kempten


Römisches- und Naturkundliches Museum Kempten – Zumsteinhaus

Das Zumsteinhaus in Kempten – auch bekannt als Römisches- und Naturkundliches Museum – beherbergt einen bedeutenden Teil der archäologischen Funde aus Cambodunum und ergänzt den APC als Innenraum-Pendant. Hier kannst du Objekte und Fundstücke aus zwei Jahrtausenden Stadtgeschichte in Ruhe betrachten, die im Freilichtpark nicht so präsentiert werden können.


Kunstmuseen und Galerien: Wenn Kultur auf Alpenland trifft

Alpinmuseum und Alpenländische Galerie Kempten – Zwei Welten unter einem Dach

Im historischen Marstall in Kempten befanden sich zwei außergewöhnliche Museen unter einem Dach: das Alpinmuseum als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums und die Alpenländische Galerie. Gemeinsam schufen sie eine der bedeutendsten kulturgeschichtlichen Einrichtungen des Allgäus – bis das Alpinmuseum 2021 im Zuge einer Umstrukturierung der Kemptener Museenlandschaft geschlossen wurde.

Das Alpinmuseum präsentierte über dreißig Jahre lang auf 2.200 Quadratmetern Ausstellungsfläche die Geschichte der Alpen als Lebensraum für Pflanzen und Tiere, als Ort bahnbrechender Entdeckungen und sportlicher Höchstleistungen. Mehr als 3.500 Exponate zu Extrembergsteigen, Expeditionen und Skigeschichte luden zu einer geologischen, biologischen und kulturhistorischen Expedition in das größte innereuropäische Gebirge ein. Von Fridtjof Nansen bis zu Alexander und Thomas Huber, von frühen Gebirgsschilderungen bis zur wissenschaftlichen Erforschung der Alpen – die Sammlung war ein Muss für Bergwanderer, Skiläufer und alle, die mehr über "ihre" Berge wissen wollten.

Die Alpenländische Galerie war 1991 in den zwei großen Erdgeschosssälen eröffnet worden und vereinigte 129 spätgotische Kunstwerke aus dem Allgäu und den angrenzenden alpenländischen Regionen – darunter vollständige Flügelaltäre, Skulpturen, Tafelbilder und Plastiken des 14. bis 16. Jahrhunderts. Maler wie Ulrich Mair und Jakob Schick sowie der Bildschnitzer Lux Maurus standen stellvertretend für eine hochkarätige spätmittelalterliche Kunstproduktion. Auch diese Galerie schloss 2015 ihre Türen. Beide Einrichtungen bleiben jedoch ein bedeutendes Kapitel Kemptener Kulturgeschichte.


MeWo-Kunsthalle Memmingen – Zeitgenössische Kunst im Herzen Schwabens

Die MeWo-Kunsthalle in Memmingen ist das Zuhause für zeitgenössische Kunst im schwäbischen Raum. Mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer und moderner Kunstschaffender bietet sie der Kulturszene zwischen Alpen und Donau eine lebendige Plattform. Die Kunsthalle versteht sich als offener Ort der Begegnung, des Diskurses und der künstlerischen Entdeckung.


Kunsthalle Schwaben Memmingen – Kunstbegegnungen im historischen Rahmen

Ebenfalls in Memmingen beheimatet ist die Kunsthalle Schwaben, die sich der Vermittlung von Kunst in einem historisch aufgeladenen Ambiente widmet. Beide Memmingers Kunsthallen ergänzen sich ideal für einen kunstbegeisterten Tagesausflug in die sehenswerte Altstadt Memmingens.


Stadtmuseum im Hermansbau Memmingen – Geschichte einer stolzen Reichsstadt

Der prächtige Hermansbau in Memmingen beherbergt das Stadtmuseum, das die wechselhafte Geschichte der einstigen Freien Reichsstadt Memmingen dokumentiert. Von mittelalterlichem Stadtleben über die Reformation bis in die Neuzeit zeigt das Museum, wie eine Stadt ihre Identität über Jahrhunderte bewahren und formen kann.


Antonierhaus Memmingen – Vom Ordenshaus zum Kulturraum

Das Antonierhaus in Memmingen ist eines der beeindruckendsten spätmittelalterlichen Gebäude der Stadt. Als ehemaliger Sitz des Antoniterordens, der sich der Pflege von Kranken und Sterbenden widmete, erzählt das Haus von einer Zeit, in der Glaube und Fürsorge untrennbar miteinander verbunden waren. Heute ist es ein lebendiger Kulturraum, der Geschichte und Gegenwart miteinander verbindet.


Museum der Stadt Füssen – Wo Mönche, Lauten und Könige Geschichte schreiben

Im wunderschönen ehemaligen Benediktinerkloster St. Mang residiert das Museum der Stadt Füssen und empfängt seine Besucher mit einem Hauch Sakralität, der sich sofort im ganzen Körper ausbreitet. Dabei ist die Geschichte dieses Ortes vielschichtiger, als ein erster Blick vermuten lässt.

Das Museum spannt einen faszinierendes Bogen von der Römerzeit über das Mittelalter und die barocke Klosterpracht bis in die Neuzeit. Herzstück ist die Ausstellung zum europäischen Lauten- und Geigenbau: Füssen gilt als Wiege dieser traditionsreichen Handwerkskunst. Das älteste ausgestellte Instrument ist eine Laute des Füssener Lautenbauers Wolfgang Wolff aus der Mitte des 16. Jahrhunderts – ein Zeugnis höchster handwerklicher Meisterschaft. Jährlich erinnert das Kammermusikfestival "Vielsaitig" an diese Tradition.

Doch damit nicht genug: Die barocken Repräsentationsräume des Klosters – der prachtvolle Kaisersaal, die Bibliothek und das Refektorium – wurden um 1700 vom einheimischen Baumeister Johann Jakob Herkomer (1652–1717) geplant, der seine Ausbildung in Venedig genossen hatte. Ein italienisch anmutender Stil empfängt dich in diesen Räumen und lässt vergessen, dass du im bayerischen Allgäu und nicht in einem venezianischen Palazzo stehst. Im Kaisersaal finden jährlich die beliebten Kaisersaalkonzerte statt.

Weitere Ausstellungsbereiche widmen sich der Geschichte des Klosterpatrons Magnus, der Seilerwarenfabrik auf dem Lechgries – einem bedeutenden frühen Industriearbeitgeber – und der Tradition der Weihnachtskrippen. Vier Füssener Krippen sind dauerhaft zu bewundern, darunter ein beeindruckendes Werk des Holzbildhauers Edmund Sprenzel.

Das Museum ist von Ende März bis Anfang November Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Adresse: Lechhalde 3, 87629 Füssen


Naturkunde und Wissenschaft: Die Natur des Allgäus entschlüsseln

Naturkundliche Sammlung Kempten – Die verborgene Welt der Allgäuer Natur

Die Naturkundliche Sammlung in Kempten öffnet das Fenster in die Tier- und Pflanzenwelt der Region. Mit umfangreichen Exponaten aus Geologie, Botanik und Zoologie bietet sie einen systematischen Einblick in das natürliche Erbe des Allgäus – von den Alpenblumen der Hochlagen bis zu den Fossilien der Voralpenlandschaft.


Schmetterlingsgarten Immenstadt – Ein Stück Tropen im Allgäu

Im Schmetterlingsgarten in Immenstadt erwartet dich ein tropisches Erlebnis inmitten der Allgäuer Bergwelt. In einem wärmegetränkten Glashaus flattern exotische Schmetterlinge um dich herum, schlüpfen vor deinen Augen aus ihren Puppen und fressen direkt von deiner Hand. Dieser faszinierende Ort verbindet Naturkunde mit purem Staunen – und ist für Kinder wie Erwachsene ein unvergessliches Erlebnis.


Das Deutsche Hutmuseum Lindenberg – Hut ab vor diesem Museum!

Es gibt Museen, die man erwartet, und dann gibt es das Deutsche Hutmuseum in Lindenberg im Westallgäu – und das erwartet man einfach nicht. Zumindest nicht in einem kleinen Allgäuer Städtchen. Und doch: Lindenberg war einst die Huthauptstadt der Welt. Kein Scherz.

Um 1900 produzierten die Frauen und Männer in Lindenberg über vier Millionen Strohhüte pro Jahr. Die ganze Welt trug Hüte aus Lindenberg. In der Blütezeit existierten hier 34 Hutfabriken, die bis zu acht Millionen Hüte jährlich herstellten und sogar nach Europa und in die USA exportierten – weshalb Lindenberg stolz den Beinamen "Klein-Paris" der Hutmode trug.

Das Museum, das seit 2014 in der authentischen Fabrikanlage der ehemaligen Hutfabrik Ottmar Reich (Baujahr 1923) untergebracht ist, gewann bereits im Eröffnungsjahr den Bayerischen Museumspreis. Auf fast 1.000 Quadratmetern barrierefreier Fläche und über drei Etagen entfalten sich drei große Themenfelder: Hutherstellung, Hutmode und Hutstadt Lindenberg. Dabei stehen immer die Menschen im Mittelpunkt – die fleißigen Heimarbeiterinnen, die mutigen Huthändler und die mächtigen Fabrikanten.

Der Besuch ist alles andere als ein trockenes Geschichtsstudium: Elf interaktive Mitmachstationen laden zum Staunen, Ausprobieren und Mitmachen ein. Im "Huttornado" begegnest du berühmten Hutträgern aller Zeiten. An der großen Verkleidungsstation mit fast 200 Hüten und einer Fotobox entsteht garantiert das lustigste Familienfoto der Urlaubssaison. Du lernst Flechttechniken, testest dein Wissen an Quizboxen und erfährst, was Haifischhaut mit Hüten zu tun hat. Für Familien gibt es regelmäßige Führungen, jeden ersten Sonntag um 15 Uhr eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung.

Im ehemaligen Kesselhaus der Fabrik – heute ein charmantes Café – klingt ein Besuch stimmungsvoll aus. Das Museum ist Teil des Netzwerks "Familien Museen Allgäu".

Adresse: Museumsplatz 1, 88161 Lindenberg im Allgäu | Eintritt: Erwachsene 5 €, Kinder 6–18 Jahre 2 €, Kinder unter 6 Jahren frei


Das Sebastian-Kneipp-Museum Bad Wörishofen – Die Heilkunde eines Allgäuers verändert die Welt

Wenn ein Allgäuer Pfarrer im 19. Jahrhundert eine Methode entwickelt, die heute UNESCO-Kulturerbe ist und Menschen in aller Welt zur Gesundheit verhilft, dann verdient er ein Museum. Das Sebastian-Kneipp-Museum in Bad Wörishofen ist dieser Ort des Erinnerns und des Lernens – und er befindet sich genau dort, wo Kneipps Geschichte begann: im historischen Ostflügel des Dominikanerinnenklosters.

Sebastian Kneipp wurde am 17. Mai 1821 in Stephansried bei Ottobeuren als Sohn einer armen Weberfamilie geboren. Trotz widriger Umstände erfüllte er sich seinen Traum vom Priesteramt, wurde 1852 in Augsburg zum Priester geweiht und trat 1855 seine Stelle am Dominikanerinnenkloster in Wörishofen an. Dort begann er, sein Wissen über Wasseranwendungen systematisch einzusetzen – und behandelte bald Hilfesuchende aus ganz Europa, die zu ihm pilgerten.

Das 1986 eingerichtete Museum lässt Kneipps Leben greifbar werden: In seinen originalgetreu aufgebauten Wohn-, Schlaf- und Arbeitsräumen spürst du die Atmosphäre des berühmten "Wasserdoktors". Persönliche Gegenstände wie seine Totenmaske oder Firmungsurkunde machen den Rundgang besonders eindrücklich. Die Ausstellung führt von den Anfängen Wörishofens über Kneipps Wirken bis hin zu seinen fünf Säulen der Gesundheitslehre: Wasser, Pflanzen, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung.

Modernste Vermittlungsformate ergänzen den historischen Kontext: QR-Codes führen direkt zu Hörbeiträgen, eine Duftstation aktiviert deine Sinne, Kneipp-Videos runden das Erlebnis ab. Der ehemalige Novizinnengarten wurde liebevoll in fünf Bereiche eingeteilt, die jeweils eine Säule der Kneipp'schen Lehre repräsentieren. Ein Handy-Audioguide ermöglicht eine individuelle Erkundung des Museums – ganz in Kneipps Sinne: individuell, ganzheitlich, naturnah.

Seit 2015 ist die Kneipp'sche Naturheilmethode übrigens immaterielles Kulturerbe der UNESCO – eine Auszeichnung, die zeigt, wie zeitlos und relevant die Erkenntnisse eines Allgäuer Pfarrers aus dem 19. Jahrhundert bis heute sind.

Adresse: Klosterhof 1 (Eingang Schulstraße), 86825 Bad Wörishofen


Heimatmuseum Oberstdorf – 38 Räume voller Oberstdorfer Seele

Wer Oberstdorf kennt, kennt den Tourismus, die Schanzentürme, die Bergbahnen. Wer das Heimatmuseum kennt, kennt auch die andere Seite: das bettelarme Bergdorf, das sich über Jahrhunderte in einer abgeschiedenen Hochgebirgslandschaft behauptete.

Das Museum residiert im Köcherlehaus, einem der ältesten noch erhaltenen Allgäuer Bauernhäuser aus dem Jahr 1620. Dieses Haus überstand beinahe als einziges Gebäude den großen Brand vom 6. Mai 1865, der fast die Hälfte des Ortes vernichtete. Seit 1932 dient es als Museum, wurde seitdem kontinuierlich auf 38 Räume und rund 700 Quadratmeter Ausstellungsfläche ausgebaut.

In den niedrigen Stuben mit getäfelten Decken und Wänden begegnest du einer beinahe vollständigen Alltagswelt: Handwerk und Alpwirtschaft, Sennerei und Käseherstellung, Jagd und Tourismus, Alpinismus und Wintersport. Du erfährst, wie der Flachsanbau einst eine wichtige Erwerbsquelle war und jedes zweite Bauernhaus eine Webstube besaß. Du lernst die Geschichte der Bergsteiger, Skipioniere und Schanzentürmer kennen.

Das bedeutendste Einzelstück des Museums ist aber ein echter Blickfang: Der größte handgefertigte Lederskischuh der Welt, gefertigt 1950 vom Hofschuhmachermeister Josef Schratt. 18 Rinderhäute und 40 Meter Bergseil wurden verbaut, der fertige Schuh misst 3,15 Meter Länge, 1,20 Meter Breite und trägt Schuhgröße 480. Eine Kuriosität, die zum Nachdenken zwingt – und zum Schmunzeln.

Das Museum wird ehrenamtlich geführt und ist Dienstag bis Sonntag geöffnet.

Adresse: Oststraße 82, 87561 Oberstdorf


Automobilgeschichte und Technik: Für alle, deren Herz schneller schlägt

Automuseum Wolfegg – "So einen hatte ich auch mal…"

Es gibt Museen, die Ehrfurcht einflößen. Und dann gibt es das Automuseum Wolfegg, das dir ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert und dich in die eigene Jugend katapultiert. "So einen hatte ich auch mal..." – dieser Satz ist im malerischen Ausflugsort Wolfegg am Rande des Allgäus einer der meistgehörten. Und er macht deutlich, um was es hier geht: nicht um unnahbare Traumwagen hinter Glasvitrinen, sondern um Fahrzeuge mit echten Geschichten.

Das Automobilmuseum blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Das ursprüngliche Museum wurde 1973 vom Automobilschriftsteller und Journalisten Fritz B. Busch (1922–2010) in einem 500 Jahre alten Nebengebäude des fürstlichen Schlosses Waldburg-Wolfegg gegründet und entwickelte sich zu einem der größten privaten Automuseen Deutschlands – mit über 200 Oldtimern, darunter der erste Mercedes-Diesel 260D von 1936, Motorräder, Traktoren und Wohnwagen. 2016 schlossen sich die Türen des Originalmuseums; 2017 eröffnete am selben Ort ein neues Automuseum Wolfegg mit frischem Konzept.

Der Schwerpunkt liegt heute auf den Fahrzeugen der 1960er, 70er und 80er Jahre – jenen Jahrzehnten, in denen Schlaghosen, Videorecorder und Pilotenbrillen der letzte Schrei waren. Ein Corvette Stingray und Opel Diplomat stehen neben dem Golf GTI, dem Fiat 500 und dem Ford Granada. Motorräder, Mopeds und Mofas ergänzen die automobile Zeitreise. Ein besonderes Highlight: Die größte Einradanhänger-Ausstellung der Welt, mit der man einst auch segeln oder LKWs antreiben konnte.

Die Ausstellung überrascht durch ihre ehrliche Atmosphäre: Viele Fahrzeuge wurden original belassen und haben Geschichten zu erzählen. Im Obergeschoss erwartet dich außerdem eine historische Feuerwehr-Ausstellung mit Uniformen, mobilen Pumpen und Gerätschaften der Wolfegger Feuerwehr. Regelmäßige Sonderausstellungen sorgen dafür, dass auch Stammbesucher immer etwas Neues entdecken. Geöffnet von April bis Oktober täglich 9:30–17:00 Uhr.

Adresse: Fritz-B.-Busch-Weg 1, 88364 Wolfegg


Mini-Mobil Modellmuseum – Klein, aber ohoooh!

Das Mini-Mobil Modellmuseum ist ein Geheimtipp für Liebhaber von Fahrzeugmodellen und technischer Miniaturkunst. Hier dreht sich alles um die faszinierende Welt der Modellfahrzeuge – und zeigt, welche Leidenschaft und handwerkliche Präzision in diesen kleinen Kunstwerken stecken kann.


Kutschenmuseum Hinterstein – Eine Reise auf vier Rädern zurück in die Zeit

Im idyllischen Bad Hindelang-Hinterstein öffnet das Kutschenmuseum seinen historischen Vorhang zu einer Welt, in der Pferde den Takt vorgaben und Kutschen nicht nur Transportmittel, sondern auch Statussymbole waren. Die Sammlung zeigt prächtige Gefährte aus verschiedenen Epochen und gibt Einblick in die Reisekultur vergangener Zeiten – eine nostalgische Begegnung mit einer Mobilität, die Ruhe und Würde ausstrahlte.


Skimuseum Kleinwalsertal / Walserhaus Hirschegg – Pioniere auf Holzlatten

Im Walserhaus in Hirschegg, dem Herzstück des Kleinwalsertals, verbirgt sich im ersten und zweiten Obergeschoss ein Museum, das den Pionieren des Skisports gewidmet ist. Die Ausstellung trägt den programmatischen Titel "Die Pionierzeit des Skilaufs von 1895 bis 1940" und führt mit einer umfassenden Sammlung alter Fotografien und Objekte in eine Zeit, als Holzlatten und Bambusstöcke das Gerät der Wahl waren und die Berge um das Kleinwalsertal zu einem der ersten Skisportgebiete Deutschlands wurden.

Das Walserhaus selbst ist ein modernes Veranstaltungszentrum in einer der schönsten Landschaften des Allgäus – einer österreichischen Enklave, die ausschließlich über Deutschland erreichbar ist und ihre eigene, unverwechselbare Walser-Identität bewahrt hat. Ein Besuch des Skimuseums lässt sich wunderbar mit einem Ausflug in die umliegenden Berge verbinden.


FIS-Skimuseum Fischingen – Geschichte auf zwei Brettern

Das Fischinger Heimathaus mit FIS-Skimuseum vereint lokale Heimatgeschichte mit einer einzigartigen Sammlung zur Geschichte des Skisports unter dem Dach des Internationalen Skiverbandes FIS. Für Wintersportbegeisterte ist dies ein Muss – hier erfährst du, wie aus einfachen Holzbrettern eine globale Sportkultur entstand.


Bierkrugmuseum Rettenberg & Schnapsmuseum – Auf das Wohl der Region!

Bierkrugmuseum Rettenberg – Prost auf die Sammelleidenschaft!

Im malerischen Rettenberg, bekannt für sein Allgäuer Brauhaus, verbirgt sich das Bierkrugmuseum – eine liebenswert eigenwillige Sammlung, die der Allgäuer Trinkkultur ein Museum gebaut hat. Bierkrüge aus verschiedenen Epochen, Regionen und Materialien erzählen die Geschichte des Biergenusses – und sind dabei so vielfältig, schön und skurril, dass selbst Nüchterne ins Staunen geraten.


Schnapsmuseum Allgäu – Flüssige Geschichte

Für Freunde hochprozentiger Allgäuer Tradition ist das Schnapsmuseum ein unvermeidliches Ziel. Enzianschnaps, Kräuterbrand und regionale Brennkunst – hier wird die Geschichte des Allgäuer Schnapses in all seinen Facetten erzählt. Ein Besuch verbindet Kulturgeschichte mit dem ein oder anderen sensorischen Erlebnis.


Heimatmuseen und lokale Schätze: Das Allgäu im Kleinen

Das Allgäu ist reich an Heimatmuseen, die mit großer Sorgfalt und oft von Ehrenamtlichen betrieben werden – und gerade deshalb von besonderer Authentizität sind. Jedes dieser Häuser erzählt seine eigene Geschichte und hat seinen ganz eigenen Charakter.

Heimathaus Sonthofen – Geschichte einer Bergstadt

Das Heimathaus Sonthofen dokumentiert die wechselvolle Geschichte der Hauptstadt des Oberallgäus: von der mittelalterlichen Marktgemeinde über die Industrialisierung bis hin zur modernen Stadt. Sonthofen liegt an einem geografisch bedeutsamen Knotenpunkt – und das spiegelt sich in seiner Geschichte wider.

Heimatmuseum Bad Hindelang – Kurort mit Charakter

Bad Hindelang war schon Kurort, als das Wort "Wellness" noch nicht erfunden war. Das Heimatmuseum erzählt von den besonderen Kurbedingungen der Region, von Bergbauern und Fuhrleuten, von Handel und Handwerk in einem der malerischsten Allgäuer Täler.

Heimatmuseum Oberstaufen – Zwischen Kurkultur und Käsetradition

Oberstaufen ist berühmt für seine Schrothkur – eine weitere Allgäuer Naturheilmethode. Das Heimatmuseum erzählt von der Geschichte dieses besonderen Kurortes und der unverwechselbaren Kultur des Allgäuer Westens.

Heimatmuseum Wertach – Stille Stärke im Süden

Das Heimatmuseum Wertach bewahrt die Geschichte eines der südlichsten bayerischen Orte – ein Ort, der Wintersport, Bergbauernleben und alpine Tradition auf engem Raum vereint.

Heimatmuseum Tannheimer Tal – Grenzenlose Geschichten

Das Heimatmuseum Tannheimer Tal im österreichischen Tannheimer Tal – das eng mit dem bayerischen Allgäu verbunden ist – erzählt von einer Gemeinschaft, die trotz, oder vielleicht gerade wegen ihrer abgelegenen Lage, eine reiche Kulturgeschichte entwickelt hat.

Heimatmuseum "beim Strumpfar" – Ein Name, der neugierig macht

Der Name "beim Strumpfar" lässt schon vermuten, dass es sich um ein besonderes Haus handelt – eines, das seinen historischen Standort bewahrt hat und damit eine direkte Verbindung zur Allgäuer Vergangenheit herstellt.

Heimatmuseum Buchenberg – Dorfgeschichte lebt

Buchenberg im Südallgäu pflegt im eigenen Heimatmuseum das lokale Kulturerbe mit großer Sorgfalt. Das Museum ist ein Ort, an dem Dorfgeschichte nicht archiviert, sondern lebendig gehalten wird.

Heimatkundliche Sammlung Haldenwang – Detailliebe im Unterallgäu

Die heimatkundliche Sammlung Haldenwang ist ein weiteres liebevoll gepflegtes Stück Allgäuer Erinnerungskultur – zugleich Zeugnis der Sammelleidenschaft und des Gemeinschaftssinns einer ganzen Region.

Heimatmuseum Wiggensbach – Schätze eines Allgäuer Dorfes

Das Heimatmuseum Wiggensbach bewahrt die dörfliche Kulturgeschichte des gleichnamigen Allgäuer Gemeinde. Hier findest du Objekte und Zeugnisse eines Lebens, das einfacher, aber in vielerlei Hinsicht auch reicher war als das heutige.


Carl-Hirnbein-Museum Weitnau – Dem Revolutionär auf der Spur

Das Carl-Hirnbein-Museum in Weitnau ist einer jener Orte, die ahnen lassen, dass im Allgäu auch Revolutionäre geboren wurden. Carl Hirnbein (1807–1871) war Weber, Dichter und politischer Aktivist – ein unbeugsamer Kämpfer für soziale Gerechtigkeit in einer Zeit extremer Armut. Das Museum widmet sich seinem Leben und Werk und erinnert daran, dass politisches Engagement und kulturelle Kreativität auch aus der tiefsten Provinz kommen können.


Prunkräume der Residenz Kempten – Barocker Glanz an der Iller

Die Prunkräume der Residenz in Kempten sind eines der bedeutendsten Barockdenkmäler Bayerisch-Schwabens. Als einstige Residenz der Fürstabtei Kempten zeugen die prachtvollen Repräsentationsräume von der weltlichen und geistlichen Macht, die das Stift einst ausübte. Das Fresko- und Stuckreichtum der Räume verschlägt auch heute noch den Atem – und lässt erahnen, wie sehr Prunk und Machtdemonstration im 17. und 18. Jahrhundert zusammengehörten.


FILZART – Filzwerkstatt im WIZ – Wo Wolle zur Kunst wird

Die FILZART-Filzwerkstatt im Westallgäuer Innovationszentrum (WIZ) verbindet altes Handwerk mit modernem Kreativgeist. Filzen ist eine der ältesten Textilkünste der Welt – und erlebt seit Jahren eine beeindruckende Renaissance. Hier kannst du nicht nur Ausstellungsstücke bewundern, sondern das Handwerk selbst erleben und ausprobieren.


Puppengalerie Ruth Treffeisen – Kleine Gesichter, große Geschichten

Die Puppengalerie Ruth Treffeisen in Kißlegg ist ein einzigartiger Ort der Begegnung mit einer faszinierenden Kunstform. Handgefertigte Puppen aus verschiedenen Epochen und Kulturen erzählen Geschichten von Menschen, Träumen und der Kraft des Spielens. Ruth Treffeisens Lebenswerk ist eine Hommage an die künstlerische Tradition der Puppenmacherei.


Museum Rudolf Wachter Kißlegg – Bildhauerkunst im Allgäu

Das Museum Rudolf Wachter in Kißlegg widmet sich dem Werk eines bedeutenden Allgäuer Bildhauers. Wachters Skulpturen sind Zeugnisse eines künstlerischen Lebenswerkes, das tief in der Natur und Kultur der Region verwurzelt ist.


Bergschau 813 / Bergschau 1122 – Interaktive Naturerlebnisse in der Höhe

Die Bergschau 813 und ihre Schwester die Bergschau 1122 im Walserhaus sind interaktive Naturausstellungen, die die alpine Welt auf ganz neue Weise erkunden lassen. Wer verstehen will, warum die Bergwelt des Allgäus so faszinierend ist – geologisch, biologisch, kulturell – findet hier spannende Antworten. Mit modernsten Präsentationsmitteln werden Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier, Pflanze und Gebirge erlebbar gemacht.


Haneberg – Kleines Museum, große Geschichte

Das Haneberg ist ein Ort, an dem regionale Geschichte auf besondere Weise bewahrt wird. Als Teil der vielfältigen Museumslandschaft des Allgäus steht es für die Überzeugung, dass auch kleine Geschichten erzählt werden müssen – denn gerade in ihnen liegt oft der Kern einer ganzen Region.


Walser Museum Riezlern – Der Spur der Walser folgen

Im größten Ort des Kleinwalsertals, in Riezlern, widmet sich das Walser Museum einer ganz besonderen Migrationsgeschichte: Im Mittelalter wanderten die Walser aus dem Schweizer Kanton Wallis über die Alpen und besiedelten entlegene Hochtäler – darunter auch das Kleinwalsertal. Das Museum zeigt, wie die Walser ihre eigene Identität, ihre Sprache, ihre Trachten und Bräuche bis heute bewahrt haben. Eine Geschichte der Beharrlichkeit und des Stolzes auf die eigene Herkunft.


Zumsteinhaus – Archäologie und Naturkunde als starkes Duo

Das Zumsteinhaus in Kempten vereint das Römische Museum und die Naturkundliche Sammlung unter einem Dach und schlägt damit eine Brücke zwischen der langen Menschheitsgeschichte der Region und ihrer natürlichen Grundlage. Ein Besuch hier ergänzt den Archäologischen Park Cambodunum ideal.


Stadtmuseum im Hermansbau Memmingen – Das Gedächtnis einer stolzen Stadt

Memmingen war einst eine mächtige Freie Reichsstadt, deren Geschichte reich und turbulent war. Das Stadtmuseum im Hermansbau bewahrt dieses Erbe auf eindrucksvolle Weise. In einem der schönsten historischen Gebäude der Stadt werden Objekte und Dokumente präsentiert, die von Handel, Handwerk, Reformation und bürgerlichem Selbstbewusstsein erzählen.


Praktische Tipps für deinen Museumsbesuch im Allgäu

Die Allgäu-Walser-Card und Kombi-Tickets

Viele der genannten Museen bieten ermäßigten Eintritt für Inhaber der Allgäu-Walser-Card oder anderer regionaler Gästekarten an. Wenn du mehrere Tage in der Region bist, lohnt es sich auf jeden Fall, dich über aktuelle Kombi-Angebote zu informieren. Das Hutmuseum Lindenberg etwa bietet ein Kombi-Ticket mit der Dauerausstellung für 11 Euro an.

Öffnungszeiten und Saisonalität

Die meisten Freilichtmuseen – insbesondere das Allgäuer Bergbauernmuseum – sind saisonal geöffnet, also von Frühjahr bis Herbst. Innenmuseen wie das Kneipp-Museum oder das Hutmuseum Lindenberg haben in der Regel ganzjährige Öffnungszeiten, reduzieren diese aber in den Wintermonaten. Am besten rufst du kurz an oder schaust auf die aktuelle Website, bevor du aufbrichst.

Mit Kindern ins Museum

Das Allgäu ist eine der familienfreundlichsten Museumsregionen Deutschlands. Das Netzwerk "Familien Museen Allgäu" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Ausstellungen für alle Altersstufen interessant zu gestalten. Besonders empfehlenswert für Familien: Allgäuer Bergbauernmuseum, Schwäbisches Freilichtmuseum Illerbeuren, Deutsches Hutmuseum Lindenberg, Heimatmuseum Oberstdorf und der Archäologische Park Cambodunum.

Führungen und museumspädagogische Angebote

Die meisten Museen bieten regelmäßige Führungen an – oft sonntags. Für Schulklassen und Gruppen gibt es spezielle Programme, die teilweise sogar Mitmach-Workshops beinhalten. Eine Vorbestellung lohnt sich bei größeren Gruppen fast immer.


Fazit: Das Allgäu – ein Museum seiner selbst

Wer durch die Museen des Allgäus streift, versteht etwas Grundlegendes: Diese Landschaft hat eine Geschichte, die weit über Bergpanoramen und Käsefondue hinausgeht. Sie ist geprägt von Menschen, die mit wenig viel geschaffen haben – von Bergbauern, die auf 1.000 Metern Höhe Käse machten, von Hutmacherinnen, die Lindenberg zur Weltmetropole der Kopfbedeckung machten, von Römerern, die hier vor 2.000 Jahren eine Provinzhauptstadt errichteten, von einem Pfarrer, der Millionen von Menschen das Gehen im Bach beibrachte.

Die Museen des Allgäus sind nicht nur Archive der Vergangenheit – sie sind lebendige Orte, die Fragen stellen: Wie haben Menschen gelebt? Was hat sie angetrieben? Was können wir von ihnen lernen? Und vielleicht die wichtigste Frage: Was wollen wir für die Zukunft bewahren?

Also: Raus aus dem Hotel, raus aus der Gondelkabine – und rein in die Museen des Allgäus. Es lohnt sich. Versprochen.


Weitere Informationen zu einzelnen Museen, aktuellen Öffnungszeiten und Sonderausstellungen findest du direkt auf den Websites der jeweiligen Einrichtungen oder auf dem regionalen Tourismusportal www.allgaeu.de. Alle Angaben sind ohne Gewähr – Preise, Öffnungszeiten und Ausstellungsinhalte können sich ändern.