Kluftinger Krimis

Der ultimative Guide zum Allgäuer Kultkriminal

Von Kässpatzen, Krähen und Kriminalfällen – alles, was du über Deutschlands beliebtesten Regionalkommissar wissen musst


Wenn das Allgäu zum Tatort wird – eine Liebesgeschichte in 14 Bänden

Stell dir vor: Du sitzt gemütlich am Tisch, der Duft frischer Kässpatzen steigt dir in die Nase, draußen recken sich die Allgäuer Alpen majestätisch in einen makellos blauen Himmel – und dann klingelt das Telefon. Wieder ein Mord. Wieder kein Frieden für Adalbert Ignatius Kluftinger, den grantelnden Kriminalhauptkommissar aus Altusried, der am liebsten in Ruhe gelassen werden möchte und trotzdem jedes Mal den entscheidenden Täter stellt.

Genau dieses Spannungsfeld – Beschaulichkeit und Abgrund, Humor und ernste Kriminalität, tiefe Heimatverbundenheit und menschliche Abgründe – hat die Kluftinger-Krimireihe von Volker Klüpfel und Michael Kobr zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen KrimiPhänomene aller Zeiten gemacht. Über 4,5 Millionen verkaufte Exemplare sprechen eine deutliche Sprache. Wer Klufti noch nicht kennt, hat schlichtweg etwas verpasst – und wer ihn bereits kennt, wird in diesem Guide noch so manches Neues entdecken.


Das Autoren-Duo: Zwei Allgäuer erschaffen einen Kulthelden

Volker Klüpfel – der Journalist aus Altusried

Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, ist in Kempten geboren und in Altusried im Allgäu aufgewachsen – also genau dort, wo sein berühmtestes literarisches Geschöpf heute wohnt. Kein Zufall, denn die Verbindung zwischen Autor und Figur ist tief: Klüpfel kennt jeden Hügel, jede Sage, jeden Dialekt dieser Region aus dem Effeff.

Nach dem Abitur am Allgäu-Gymnasium Kempten zog es ihn ins Studium – Politikwissenschaft, Geschichte, Kommunikationswissenschaft und Journalistik. Danach folgten Stationen bei einer amerikanischen Zeitung sowie beim Bayerischen Rundfunk, bevor er als Kulturredakteur bei der Memminger Zeitung und später bei der Augsburger Allgemeinen landete. 2012 wagte er den Schritt und wurde hauptberuflicher Autor – eine Entscheidung, die angesichts des gemeinsamen Erfolgs mit seinem Schulfreund Michael Kobr kaum überraschte.

Michael Kobr – der Lehrer, der zum Bestsellerautor wurde

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten, ist in Durach aufgewachsen und gehört damit zur gleichen Allgäuer Lebenswelt. Er studierte in Erlangen Germanistik und Romanistik, machte das Staatsexamen und arbeitete als Realschullehrer – bis der Sog des gemeinsamen Schreibens ihn schließlich vollständig in die Literaturwelt zog.

Was Kobr und Klüpfel zu einem so unschlagbaren Gespann macht: Die beiden kennen sich bereits seit der Schulzeit. Aus einer gemeinsamen Freundschaft und einer geteilten Leidenschaft fürs Schreiben entstand ein literarisches Projekt, das weit über das hinausging, was sich die beiden je vorgestellt haben dürften.

Auszeichnungen, die zeigen: Der Klufti ist kein Zufallstreffer

Klüpfel und Kobr wurden für ihr gemeinsames Werk vielfach geehrt. Zu den bekanntesten Preisen zählen:

  • Bayerischer Kunstförderpreis Literatur (2005) für den Roman Erntedank
  • Corine (2008) – einer der renommiertesten deutschen Buchpreise
  • MIMI – der Krimi-Publikumspreis des Deutschen Buchhandels (2008 und 2009)
  • Kulturpreis Bayern (2011)
  • Memminger Kulturpreis (2008)
  • Hörbuchpreis Osterwold (2012)
  • Bürgermedaille in Gold der Gemeinde Altusried (2012)

Diese Auszeichnungen erzählen eine klare Geschichte: Die Kluftinger-Krimis sind kein bloßes Unterhaltungsprodukt, sondern literaturtaugliche Werke, die Kritik und Publikum gleichermaßen begeistern.


Der Mann im Mittelpunkt: Adalbert Ignatius Kluftinger

Ein Kommissar wie aus dem richtigen Leben

Nicht Superman. Nicht Sherlock Holmes. Nicht einmal besonders stylish – Adalbert Ignatius Kluftinger, kurz „Klufti", ist das genaue Gegenteil des klassischen Krimi-Ermittlers. Er fährt einen uralten grauen VW Passat Variant Diesel. Er trägt Kniebundhosen. Er liebt Kässpatzen über alles. Er hat Flugangst, tut sich mit Fremdsprachen schwer und ist bei technischen Neuerungen hoffnungslos überfordert.

Und dennoch – oder gerade deshalb – liegt er dir sofort am Herzen.

Kluftinger wohnt in Altusried im Allgäu, ist als Kriminalhauptkommissar bei der Polizei in Kempten tätig und steigt im Laufe der Reihe sogar zum Interimspolizeipräsidenten auf. Er ist glücklich verheiratet mit Erika, geborene Nowotny, die die Nerven behalten muss, wenn ihr Mann wieder mal alles komplizierter macht als nötig. Ihr gemeinsamer Sohn Markus studiert Psychologie und arbeitet später als Profiler – womit er seinem Vater manchmal mehr helfen kann, als dem lieb ist. Markus' Freundin und spätere Frau Yumiko, eine Japanerin, die akzentfreies Deutsch spricht, bringt eine weitere charmante Komponente in die Familiendynamik.

Im örtlichen Musikverein spielt Kluftinger die große Trommel – nicht aus besonderer Leidenschaft, sondern weil es sich sonst niemand zutraute. Das ist Klufti in einem Satz.

Das Geheimnis des Vornamens – ein Running Gag über mehrere Bände

Einer der charmantesten Gags der gesamten Reihe: Kluftingers Vorname wird über viele Bände hinweg absichtlich verschwiegen. Stattdessen streuten Klüpfel und Kobr immer wieder kleine Hinweise ein. Im dritten Band erfährt man, dass seine Initialen A. I. K. lauten. Später, dass ein Name acht Buchstaben hat. Und dass der erste Name mit „Ad" beginnt. Im Band Himmelhorn nennt ihn sein alter Freund Korbinian Frey liebevoll „Bertele". Erst im zehnten Band, der schlicht Kluftinger heißt, wird das Geheimnis endlich gelüftet: Der vollständige Name lautet Adalbert Ignatius Kluftinger.

Dr. Langhammer – der Feind, ohne den es keinen Spaß gäbe

Kluftingers Erzfeind trägt einen weißen Kittel und wohnt unglücklicherweise nebenan: Dr. Martin Langhammer, Arzt in Altusried, ist das ewige Zielobjekt von Kluftis stummen und manchmal auch laut geäußerten Flüchen. Langhammer ist gebildet, weltgewandt, selbstverliebt – also alles, was Kluftinger nicht ist und auch nicht sein will. Das Tückische: Langhammers Frau Annegret ist mit Erikas Frau befreundet, was dem Kommissar regelmäßige Begegnungen mit seinem Erzrivalen garantiert. In einigen Bänden müssen die beiden sogar gemeinsam ermitteln – mit herrlich chaotischen Folgen.

Das Team hinter dem Kommissar

Kluftinger ermittelt nie ganz allein. Sein engster Kreis:

  • Eugen Strobl – Kriminalhauptkommissar und echter Freund, bis Band 10
  • Richard Maier – der technikverliebte Kollege aus Leutkirch, der allen auf die Nerven geht
  • Roland Hefele – aus Roßhaupten, ruhig und verlässlich
  • Willi Renn – der Erkennungsdienstler, mit dem Kluftinger gerne frotztelt
  • Sandy Henske – die Sekretärin aus Dresden, die den Laden zusammenhält
  • Dietmar Lodenbacher – der Chef mit niederbayerischer Färbung, devot nach oben, selbstherrlich nach unten
  • Luzia „Lucy" Beer – ab Band 11 die neue junge Kollegin, die frischen Wind ins Team bringt

Die komplette Reihe: Alle Bände im Überblick

Band 1 – Milchgeld (2003): Der Anfang einer Legende

Es beginnt klassisch: Kluftingers Kässpatzen-Abend wird jäh unterbrochen, als er zu einem Tatort in seinem Heimatort Altusried gerufen wird. Ein Lebensmittelchemiker des örtlichen Milchwerks liegt erdrosselt in seiner Wohnung. Der Tote hatte es sich mit einheimischen Landwirten verscherzt, weil er die Milchpreise unter Druck setzte. Doch was wie ein handfestes Motiv klingt, entpuppt sich als Oberfläche: Darunter liegen alter Verrat, dunkle Machenschaften und ein handfester Skandal – und Kluftinger gräbt so lange, bis er alles ans Licht befördert hat.

Dieser erste Band setzte den Ton: spannend, lokal verwurzelt, mit feinem Humor gewürzt und einem Ermittler, der so menschlich und fehlbar ist, dass man ihn sofort ins Herz schließt. Eine Verfilmung erschien 2012 in der ARD.


Band 2 – Erntedank (2004): Allgäuer Sagen werden zum Mordmotiv

Im zweiten Fall findet Kluftinger in einem Waldstück bei Kempten eine Leiche – auf der Brust des Toten liegt sorgfältig drapiert eine tote Krähe. Die Ermittlungen führen tief in die mystische Sagenwelt des Allgäus: Der Täter mordet nach einem uralten Muster, das mit lokalen Legenden verknüpft ist. Kluftinger muss Volksüberlieferungen, mittelalterliche Sagen und nüchterne Polizeiarbeit unter einen Hut bringen.

Privat hat er derweil ein ganz anderes Problem: Ein Wasserrohrbruch zwingt ihn und Erika dazu, vorübergehend beim verhassten Dr. Langhammer einzuziehen. Der Krimi ist eine Liebeserklärung an die Sagenwelt der Region – und ein Beweis dafür, dass Lokalkolorit keine Beschränkung, sondern ein literarischer Schatz ist. Erntedank wurde 2009 als erste Verfilmung ausgestrahlt.


Band 3 – Seegrund (2005): Geheimnisse auf dem Grund des Alatsees

Am idyllischen Alatsee bei Füssen macht Kluftinger eine schaurige Entdeckung: Am Ufer liegt ein toter Taucher in einer riesigen roten Lache. Was zunächst wie Blut aussieht, entpuppt sich als seltene organische Substanz – der Alatsee ist bekannt für sein außergewöhnlich rotes Tiefenwasser, verursacht durch Purpur-Schwefelbakterien.

Kluftinger deckt auf, dass der Tote zu einer Gruppe ehemaliger Soldaten gehörte, die kurz vor Kriegsende geheime Kisten im See versenkt hatten. Was liegt da unten? Die Antwort führt in die dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte. Eine weibliche BKA-Beamtin verstärkt das Team – sehr zu Kluftingers Missfallen. Die Verfilmung dieses Bandes lief 2014 in der ARD.


Band 4 – Laienspiel (2007): Terror im beschaulichen Allgäu

Ein Unbekannter erschießt sich auf der Flucht vor der österreichischen Polizei – mitten im Allgäu. Der Verdacht: Er plante einen Terroranschlag. Plötzlich arbeitet Kluftinger mit österreichischen Kollegen und BKA-Spezialisten zusammen, was seiner ausgeprägten Vorliebe für ruhige, überschaubare Ermittlungslagen gar nicht entgegenkommt.

Gleichzeitig hat er privat größte Probleme: Er soll mit dem Ehepaar Langhammer und Erika einen Tanzkurs belegen – parallel zu den Generalproben für eine Allgäuer Freilichtaufführung von Wilhelm Tell. In letzter Sekunde gelingt es, zwei Anschläge zu verhindern, einen davon in Altusried selbst. Laienspiel zeigt, wie die Allgäuer Idylle auch in globale Bedrohungsszenarien hineingezogen werden kann.


Band 5 – Rauhnacht (2009): Agatha Christie meets Allgäu

Ein luxuriöses Berghotel, eingeschneit und abgeschnitten von der Außenwelt. Ein toter Gast, dessen Zimmer von innen verschlossen war. Der Mörder muss sich noch im Hotel befinden. Kluftinger muss ermitteln – und tut dies ausgerechnet an der Seite seines ungeliebten Nachbarn Dr. Langhammer. Diese Konstellation allein ist Gold wert.

Das Buch ist eine bewusste Hommage an das klassische Whodunit-Genre im Stil von Agatha Christie und besticht durch seine geschlossene Atmosphäre. Rauhnacht debütierte direkt auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste. Es wurde 2010 am Memminger Stadttheater als Bühnenstück aufgeführt.


Band 6 – Schutzpatron (2010): Der heilige Magnus und ein geraubter Schatz

Der wertvolle Burgschatz mit der Reliquie des Heiligen Magnus ist ins Allgäu zurückgekehrt. Als junger Polizist hatte Kluftinger den Diebstahl dieses Schatzes nicht verhindern können – eine alte Wunde. Nun, da das Objekt wieder da ist, geschieht der nächste Mord. Kluftinger kämpft nicht nur gegen einen Täter, sondern auch gegen seine eigene Vergangenheit.

Die Verfilmung für die ARD, in der erneut Herbert Knaup als Kluftinger zu sehen war, erschien 2016 und markierte vorerst das Ende der TV-Adaptionen.


Band 7 – Herzblut (2012): Wenn der Kunstmarkt zum Tatort wird

Kluftinger stößt auf ein Verbrechen im schillernden, undurchsichtigen Milieu des Kunsthandels. Gefälschte Gemälde, obskure Händler, verschleierte Provenienz – und mittendrin ein Mord, der weit mehr Hintergründe hat, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Der Band führt Kluftinger aus seiner Komfortzone heraus und in eine Welt, die ihm so fremd ist wie der Mars. Auch Herzblut wurde für die ARD verfilmt.


Band 8 – Grimmbart (2014): Ein uralter Name und ein modernes Verbrechen

Ein neuer Fall, der seinen Ursprung in regionaler Geschichte und alten Familiengeheimnissen hat. Der Titel Grimmbart verweist auf literarische Traditionen – und der Roman selbst arbeitet mit Erzählebenen, die Vergangenheit und Gegenwart kunstvoll miteinander verweben. Kluftinger ermittelt in einem Fall, bei dem der erste Buchstabe seines Vornamens endlich preisgegeben wird: Er beginnt mit „Ad".


Band 9 – Himmelhorn (2015): Mord auf dem gefährlichsten Berg des Allgäus

Der neunte Fall trägt Kluftinger in die Allgäuer Alpen – auf das Himmelhorn, einem der anspruchsvollsten und gefährlichsten Gipfel der Region. Hoch über dem Alltag, inmitten von Wind und Fels, wartet ein Mord auf seine Aufklärung. Gleichzeitig erwartet Kluftinger eine ganz persönliche Freude: Ein Familienmitglied erblickt am Ende des Bandes das Licht der Welt. Sein alter Schulfreund Korbinian Frey nennt ihn erstmals beim Spitznamen „Bertele" – ein weiterer Hinweis auf den lang gehüteten Vornamen.


Band 10 – Kluftinger (2018): Das Jubiläum und die große Enthüllung

Der zehnte Band ist ein Jubiläumsband in jeder Hinsicht. Nicht nur, weil er das erste Jahrzehnt der Reihe krönt – sondern weil endlich das Geheimnis gelüftet wird, auf das Leserinnen und Leser seit Band 1 gewartet haben: Der vollständige Vorname des Kommissars wird enthüllt. Er heißt Adalbert Ignatius Kluftinger. Außerdem erleben wir eine Katastrophe, die das gesamte Team erschüttert und weitreichende Konsequenzen für die Besetzung der nächsten Bände hat.


Band 11 – Funkenmord (2020): Neuer Wind im Team

Mit Funkenmord beginnt eine neue Ära: Die junge Kollegin Luzia „Lucy" Beer tritt an Strobls Stelle und bringt frischen Schwung in die eingespielte Truppe. Kluftinger muss sich anpassen – was ihm naturgemäß schwerfällt. Privat kämpft er mit Haushaltsaufgaben, weil Erika sich schonen muss. Ein weiteres Highlight: Das Geschlecht und der Vorname seines Enkelkindes werden bei einer Taufe am Ende des Bandes endlich bekannt.


Band 12 – Affenhitze (2022): Wenn die Hitze die Gemüter erhitzt

Im zwölften Band ermittelt Kluftinger unter extremen klimatischen Bedingungen – die Temperaturen kochen, und mit ihnen die Spannungen. Der Schauplatz rund um Pforzen bietet eine eindrucksvolle Kulisse, und der Titel Affenhitze ist Programm: Sowohl die Natur als auch die Charaktere laufen heiß. Bibliothekarin Chiara Levoni taucht erstmals auf und wird zu einer wichtigen Nebenfigur.


Band 13 – Lückenbüßer (2024): Kluftinger als Interims-Polizeipräsident

Ein großer Tag für Kluftinger: Er leitet als Interims-Polizeipräsident einen Bergeinsatz. Doch der Einsatz läuft katastrophal aus dem Ruder, und ein Polizist kommt ums Leben. War Kluftingers chaotische Planung schuld am Tod des Kollegen? Diese Frage hängt wie ein Schatten über der gesamten Handlung. Ein emotionaler, vielschichtiger Band, der zeigt, wie die Reihe mit den Jahren an Tiefe gewonnen hat.


Band 14 – Blendwerk (2026): Kluftinger trifft die Instagram-Welt

Der neueste Streich der beiden Allgäuer Autoren schickt Klufti in eine Welt, die ihm noch fremder ist als jede bisherige Tatortumgebung: die Scheinwelt der sozialen Medien. Eine Allgäu-Influencerin wird tot in der spektakulären Schlucht des „Eistobels" gefunden. War es ein tragischer Unfall beim waghalsigen Fotoshooting – oder eiskalt berechneter Mord?

Kluftinger muss sich durch ein Minenfeld aus Likes, Followern und Reichweiten tasten und erkennt, dass in dieser Welt kaum jemand mit offenen Karten spielt. Hinter den perfekt gefilterten Bildern lauern Neid, Hass und ein brutaler Kampf um digitale Aufmerksamkeit. Gleichzeitig kämpft er als frisch gewähltes Gemeinderatsmitglied gegen seinen Erzrivalen Langhammer – der natürlich ebenfalls im Rat sitzt.


Besondere Ergänzungen zur Reihe

Morgen, Klufti, wird's was geben – das weihnachtliche Sonderband

Wer den Kommissar auch mal außerhalb des Berufslebens erleben möchte, greift zu diesem charmanten Sonderband. Erika fällt zwei Tage vor Heiligabend von der Leiter, und plötzlich muss Kluftinger das Weihnachtsfest organisieren. Eine Herausforderung, die ihn mindestens genauso fordert wie ein echter Mordfall – mit garantiertem Unterhaltungswert.

Das Kluftinger-Universum jenseits der Romane

Die Kluftinger-Welt hat längst die Buchseiten hinter sich gelassen:

  • Hörbücher: Alle Bände sind als Hörbuch erschienen – und zwar gelesen von den Autoren selbst, teils in breitestem Allgäuer Dialekt. Das ist ein ganz eigenes Erlebnis und von Fans heiß geliebt.
  • TV-Verfilmungen: Fünf Bände wurden für die ARD mit Herbert Knaup in der Hauptrolle verfilmt – Erntedank (2009), Milchgeld (2012), Seegrund (2014), Herzblut (2016) und Schutzpatron (2016).
  • Brettspiele und Merchandising (Kleidung, Taschen, Accessoires)
  • Ein Kluftinger-Kochbuch
  • Theaterstücke: Rauhnacht war am Memminger Stadttheater zu sehen; das eigens für das Landestheater verfasste Stück Wetterleuchten hat keine Romanvorlage
  • „Litcomedy": Klüpfel und Kobr entwickelten ein Format, das ihre Lesungen mit Kabarett-Elementen verbindet – legendäre Auftritte mit echtem Showcharakter und treuer Fangemeinde

Das Allgäu als lebendige Hauptfigur

Warum Schauplätze hier mehr sind als bloße Kulisse

In kaum einer anderen deutschen Krimi-Reihe ist der Ort so untrennbar mit der Geschichte verbunden wie hier. Das Allgäu ist nicht einfach Hintergrundfolie – es ist Mitakteur. Die malerischen Bergseen, die alten Burgruinen, die kleinen Marktstädte, die Kartause Buxheim, der geheimnisvolle Alatsee, das verschneite Berghotel, der gefährliche Gipfel des Himmelhorns – all diese Orte sind so konkret und lebendig beschrieben, dass man als Leserin oder Leser das Gefühl hat, selbst dabei zu sein.

Klüpfel und Kobr recherchieren akribisch vor Ort. Die Bücher eignen sich deshalb auch als inoffizielle Reiseführer durch die Region. Es gibt sogar geführte Touren, die dich an die wichtigsten Schauplätze bringen – von Altusried über Kempten und Memmingen bis nach Füssen und Pforzen.

Die interaktive Ausstellung „Kluftingers Geheimnis"

Fans können in die Welt des Kommissars auch ganz buchstäblich eintreten: Die Ausstellung „Kluftingers Geheimnis" bietet exklusive Einblicke in die Arbeit der Autoren und taucht tief in die Geschichte der Krimireihe ein – mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm, das Lesungen, Führungen und interaktive Elemente vereint.


Was die Kluftinger-Krimis so einzigartig macht

Das Rezept des Erfolgs: Spannung, Witz und Wahrhaftigkeit

Die Frage ist berechtigt: Es gibt viele Regionalkrimis in Deutschland. Was macht Klufti so besonders?

Die Antwort liegt in einem ausgefeilten Gleichgewicht. Die Autoren konstruieren echte Fälle mit soliden, manchmal historisch verankerten Hintergründen. Gleichzeitig betten sie diese in einen Alltag ein, der ausgesprochen lebensnah und humorvoll wirkt. Kluftingers Schwierigkeiten mit dem Handy, seine Aversionen gegen Fliegen und Fremdes, seine Abhängigkeit von Erikas Kässpatzen, seine Rivalität mit Langhammer – all das macht ihn zu einem Charakter, den wir kennen. Wir haben alle einen Kluftinger in unserem Leben. Vielleicht sind wir selbst manchmal einer.

Die Figuren entwickeln sich wirklich

Anders als bei vielen Serien, in denen die Hauptfigur statisch bleibt, wächst Kluftinger über die Jahre. Er wird Großvater. Er verliert Kollegen, gewinnt neue. Er übernimmt mehr Verantwortung. Er scheitert manchmal. Und er lernt – wenn auch langsam. Die Familiengeschichte, die sich durch alle Bände zieht, gibt der Reihe eine emotionale Tiefe, die weit über das Genres des Regionalkrimis hinausgeht.

Humor mit Verstand – keine billigen Gags

Klüpfel und Kobr arbeiten mit einem Humor, der nie auf Kosten einzelner Figuren geht, sondern aus dem Zusammenprall von Weltanschauungen entsteht. Kluftingers stille Empörung, seine inneren Monologe, seine Versuche, würdevoll zu erscheinen und dabei grandios zu scheitern – das ist Komik auf hohem Niveau. Gleichzeitig nehmen die Autoren die Fälle und ihre Auswirkungen auf Opfer und Hinterbliebene ernst.


Leseempfehlungen: So startest du am besten

Für Einsteiger: Unbedingt am Anfang beginnen

Auch wenn du theoretisch jeden Band einzeln lesen könntest – du wirst viel mehr Freude haben, wenn du mit Milchgeld anfängst. Die Figuren entwickeln sich, Beziehungen vertiefen sich, Witze bauen auf vorangegangenen Situationen auf. Wer Klufti von Anfang an begleitet, erlebt eine echte literarische Reise.

Für Hörbuch-Fans: Die besondere Erfahrung

Die Hörbücher, eingelesen von Klüpfel und Kobr selbst – und im neuesten Band Blendwerk auch mit Götz Otto –, sind eine ganz eigene Klasse. Die Autoren lesen mit echtem Allgäuer Dialekt, mit Herzblut und einem Timing, das zeigt, dass sie ihre Figuren zutiefst verstehen. Wer gerne Hörbücher mag, wird sich kaum wieder losreißen können.

Für Allgäu-Reisende: Lesen und erleben

Planst du einen Urlaub im Allgäu? Pack einen Kluftinger-Band ein. Fahre nach Altusried, spaziere durch Kempten, besuche den Alatsee bei Füssen. Du wirst die Orte mit anderen Augen sehen – und die Bücher werden durch die realen Eindrücke noch lebendiger.


Ein Kultphänomen, das weiter wächst

Mehr als zwei Jahrzehnte nach Milchgeld ist Kommissar Kluftinger nicht nur eine literarische Figur. Er ist ein Kulturphänomen. Er steht für eine Art von Unterhaltungsliteratur, die zeigt, dass Regionalität und Qualität kein Widerspruch sind. Dass man einen Ermittler lieben kann, der grantelt, zweifelt und sich mit seiner Frau streitet. Dass spannende Kriminalgeschichten auch dann funktionieren, wenn sie nicht in London, New York oder Stockholm spielen, sondern im Allgäu.

Und mit Blendwerk hat das Duo bewiesen, dass es sich auch nach 14 Bänden nicht scheut, frische Themen anzupacken: Der Kampf gegen Scheinwelten, digitale Selbstinszenierung und die Frage, was hinter den perfekt gefilterten Fassaden steckt – aktueller hätte ein Kluftinger-Fall nicht sein können.

Die Bände sind erschienen, die Hörbücher warten, das Allgäu liegt da draußen. Was hält dich noch auf?


Alle Bände auf einen Blick

Band Titel Jahr Verfilmt?
1 Milchgeld 2003 Ja (ARD 2012)
2 Erntedank 2004 Ja (ARD 2009)
3 Seegrund 2005 Ja (ARD 2014)
4 Laienspiel 2007 Nein
5 Rauhnacht 2009 Nein
6 Schutzpatron 2010 Ja (ARD 2016)
7 Herzblut 2012 Ja (ARD 2016)
8 Grimmbart 2014 Nein
9 Himmelhorn 2015 Nein
10 Kluftinger 2018 Nein
11 Funkenmord 2020 Nein
12 Affenhitze 2022 Nein
13 Lückenbüßer 2024 Nein
14 Blendwerk 2026 Nein

Dieser Artikel erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – schließlich wächst die Kluftinger-Welt mit jedem neuen Band weiter. Aktuelle Informationen zu Lesungen, Veranstaltungen und Neuerscheinungen findest du unter kluepfel-kobr.de.