Zwischen majestätischen Gipfeln und stillen Bergwiesen entfaltet das Tannheimer Tal seinen unverwechselbaren Zauber.

Zwischen majestätischen Gipfeln und stillen Bergwiesen entfaltet das Tannheimer Tal seinen unverwechselbaren Zauber. Ob auf einsamen Pfaden oder gemütlich mit dem Auto unterwegs – hier spürt man die Nähe zur Natur und die Ruhe der Tiroler Berge mit jedem Atemzug.

Vom Inntal durch mächtige Gebirgsketten getrennt und nur über den Fernpass oder das Hahntennjoch erreichbar, lag das Lechtal jahrhundertelang abgeschieden wie ein verborgenes Tal hinter den Bergen. Vielleicht gerade deshalb hat es sich seinen ursprünglichen Charakter bewahrt – rau, herzlich und tief verwurzelt mit der Natur. Die Rundroute durch das Außerfern führt rund um die Tannheimer Berge und verbindet drei der schönsten Täler Tirols: das Lechtal, das Vilstal und das Tannheimer Tal – eine Strecke von etwa 50 Kilometern voller abwechslungsreicher Landschaften.

Ausgangspunkt ist Reutte, der lebendige Hauptort des Außerferns. Die hübsch bemalten Bürgerhäuser zeugen vom traditionellen Tiroler Handwerk und laden zum Bummeln ein. Von hier führt der Weg durchs Lechtal nach Weißenbach am Lech, wo sich das 20 Kilometer lange Tannheimer Tal öffnet. Hinter Weißenbach windet sich die Straße in sanften Serpentinen hinauf zum 1.093 Meter hohen Gaichtpass. An heißen Sommertagen lockt der Haldensee bei Nesselwängle mit kühlem, klaren Wasser – ein Ort zum Verweilen und Aufatmen.

Von Tannheim zweigt eine kleine Straße zum Vilsalpsee ab. In den Mittagsstunden bleibt sie für den Autoverkehr gesperrt; dann sind nur noch Busse und Pferdekutschen unterwegs – und die Stille gehört den Wanderern. Der dunkle, geheimnisvolle Bergsee liegt umgeben von steilen Felswänden und blühenden Almwiesen in einem geschützten Naturparadies. Wer Ruhe sucht, erreicht ihn bequem auf einer einstündigen Wanderung von Tannheim aus.

Auf dem Rückweg Richtung Haldensee gelangt man über Grän und Enge nach Steinach bei Pfronten und über die Grenze nach Deutschland. In Vils, wieder auf österreichischem Boden, spürt man Geschichte auf Schritt und Tritt: Als eine der ältesten Städte Tirols erhielt sie schon 1327 das Stadtrecht. Von ihrer bewegten Vergangenheit als „Freiungsstadt“, in der einst Flüchtige Zuflucht fanden, erzählen heute nur noch die Reste der Burg Vilseck und zwei erhaltene Stadttore.

Kurz hinter dem Ort fließt die Vils in den Lech, einen der letzten wilden Flüsse Europas. Mit seinen breiten Schotterbänken, die sich durch das Tal ziehen, wechselt er ständig sein Gesicht – mal still und glitzernd, mal tobend und ungestüm. Entlang seines Laufes führt der Weg schließlich zurück nach Reutte – ein Kreis voller Landschaft, Geschichte und Naturverbundenheit.